Raumakustik

Problem

Wer auf minimale Raumgestaltung wert legt, wird häufig der Tatsache begegnen das diese Räume in ihrer Art sehr ‘hallig*‘ sind. Gerade viel Fensterfläche, harte Fußböden, glatte Wänden und Decken tragen ihren Anteil dazu bei. Ergebnis ist aber nicht wie bei in einer Kirche, eine bewusste gewünschte lange Nachhallzeit von 6-13s, sondern zwei Sekunden und mehr. Für ein behagliches Raumempfinden sind jedoch 0,3 – 0,6 Sekunden anzustreben. Diese Nachhallzeit ist nicht zu ‘trocken**‘.

Wie reduziert sich die Nachhallzeit?

Lösung Akustikdecke

Gehört zu den Konzepten die optisch unscheinbar im Raum intergiert sind. Meiner Meinung sind sichtbare Akustikelemente, mit Ausnahme der bewusst gewünschten Gestaltung, immer Ausdruck einer schlechten Planung. Das kann beim Architekten anfangen und beim schlechten Ausbau bzw. Umbau enden.

Vorteile und Merkmale einer guten Raumakustik

Ideale Sprachverständlichkeit

merkt man deutlich wenn sich mehr als 2 Personen unterhalten wollen

Musik bzw. Audioqualität

Stereo oder Mehrkanalton hört sich einfach viel besser an!

Absorbtion von Störgeräuschen

Schall der vom gekippten Fenster in den Wohnraum gelangt breitet sich viel weniger im optmierten Raum aus!

Beispiel:

Ein Auto/LKW fährt am Haus vorbei. Im unbedämpften Wohnzimmer hat es 2s Nachhallzeit. Gegenüber einem optimierten Raum von 0.3s hallt es 6x so lange nach. Beim direkten Vergleich würde man Auto/LKW mehr als doppelt so laut empfinden.

Schallschutz

Musik und Sprache wird nur noch reduziert nach Oben geleitet

* hallig
Nachhallzeiten größer 2s, ein bis zwei Sekunden sind zwar für einen Musiksaal geeignet, aber nicht für eine wohnliche Umgebung ideal.
** trocken
Eine Akustik wie im schalltoten Raum erschwert die Orientierung und ist nicht behaglich.

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Die Messung zeigt das Ausschwingverhalten / Nachschwingzeit eines sehr hochwertigen Lautsprechers. Da der Lautsprecher im Wohnraum gemessen wurde, sind im Tieftonbereich Resonanzspitzen erkennbar. Das sind jedoch nicht Resonanzen des Lautsprechers selber, da dieser viel zu klein ist um derart tiefe Eigenresonanzen zu produzieren. Es sind die angeregten Raummoden. Die lange Nachhallzeit bei 30Hz ist kaum bedämpft. Auch die Raumresonanz von 43Hz schwingt länger nach. Daraus lässt sich die sich in etwas Größe des Raumes ableiten >ca. 5,7m x4m. Um diese Resonanzen in den Griff zu bekommen bedarf es den gezielten Einsatz von Platten absorberen oder Helmholz-Resonatoren.

Studionachhallzeit
Die Nachhallzeit für Tonstudios liegt im Idealfall zwischen den beiden Markierungen. Im Idealfall bei 0.3S im gesamten Frequenzbereich.