Lautsprecher Klangqualität

Reine Geschmacksfrage?

Die Klangqualität ist nicht normiert, zu individuell ist der eigene Geschmack. Deshalb ist es wichtig vorher den Lautsprecher Klang selber erlebt zu haben, auch wenn viele Online-Rezensionen noch so blumig verfasst wurden. Der Vergleich zwischen unterschiedlichen Systemen lohnt sich immer. Wer noch tiefer in die Materie vordringen möchte sollte sich die drei Anhaltspunkte, die zu einer guten Klangqualität beitragen, durchlesen.

1. Güte und Wertigkeit des Lautsprecherchassis

lautsprecherDer nackte reine Schallerzeuger (Hoch-, Mittel-, Tieftöner) bringt die Luft zum Schwingen. Macht es die Membrane gut, dann wird das Musiksignal in reine (unverzehrte) Schallwellen gewandelt. Schlecht konstruierte Membranen hingegen, bringen eigene Materialresonanzen mit in die Schallwelle und erzeugen so Verzerrungen, die zur eigentlichen Musik hörbar sind. Visuell erkennbar sind diese Resonanzen z.B. im „Wasserfalldiagramm“. Diese zu betrachten, macht im Verbund mit der Lautsprecherbox Sinn . Ein sauberes Diagramm > wenige bis keine langen Ausschwingungen in Frequenzteilbereichen sind als Indiz für eine neutrale Wiedergabe zu deuten, so wie im Diagramm unterhalb. Die langen Ausschwingungen sind hier die Resonanz-Moden des Raumes in dem die Messung stattgefunden hat.

Waterfall Diagramm

Waterfall Diagramm

2. Konstruktion Lautsprechergehäuse, Einbauort

Das Gehäuse sollte möglichst Resonanzfrei sein. So das keine zusätzlichen Klänge, durch die Schallanregung des Lautsprecherchassis, zur Musik hinzugefügt werden. Das Prinzip der Resonanzarmen Konstruktion gilt auch für den Einbau von Lautsprechern in der Decke. Eine zweilagige GK- Konstruktion mit ordentlicher Verschraubung wird z.B. den natürlichen Klang begünstigen. Als Selbstversuch können Sie ja mal an Ihre abgehängte Decke mit dem Handballen schlagen. Wenn es „rasselt und scheppert“ dann wird ein Einbaulautsprecher dieses Rasseln auch anregen und damit keinen guten Klang. Ein Rasseln und Scheppern einer GK-Konstruktion ist ein Indiz für eine mangelnde Arbeit, auch wenn gar kein Lautsprecher eingebaut werden soll! Bei den klassischen Lautsprechergehäusen wird teilweiße ein extremer Aufwand betrieben um den Lautsprecher praktisch Resonanzfrei zu bekommen. Ein hoher Aufwand lohnt sich immer, der nur durch das Budget ausgebremst wird. Bei jedem Bluetooth bzw. Streaming-Lautsprecher in der Klasse bis 300EUR ist es fraglich ob diese Resonanzarm sind. Beim Gehäuse und beim verbauten Töner.

3. Lautsprecherprinzip und Schallabstrahlung

Punktschallwelle, Biegewellenchassis, Mehrwege-Chassis oder LineSource? Ist das Gehäuse eine Horn-, Bassreflex- oder geschlossene Konstruktion? Diese Auswahl ergibt in Verbindung mit den unterschiedlichen raumakustischen Verhältnissen eine große Matrix der Möglichkeiten. Tendenziell gibt es Lautsprecher, die in „Halligen“ Räumen besser funktionieren.

a. Linesource-Konstruktion > wenig Reflexionen über Boden und Decke, gleichmäßiges Schallfeld
b. Biegewellenstrahler, als unsichtbarer Einbaulautsprecher > gleichmäßiges Schallfeld
c. Hornlautsprecher > weniger seitliche Reflexionen und eine gerichtetes Schallfeld für differenzierten Klang